FH Osnabrück richtet "ITG Fachtagung Mobilkommunikation" in der Vitischanze aus

(Osnabrück, 25.5.2010) In der Osnabrücker Vitischanze drehte sich am Mittwoch und Donnerstag alles um die Zukunft der Mobilkommunikation. Auf der „ITG Fachtagung Mobilkommunikation", die von der Fachhochschule Osnabrück und dem Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik (VDE) ausgerichtet wurde, diskutierten Experten über die neuesten Entwicklungen der Branche. Im Mittelpunkt standen dabei innovative Technologien und Anwendungen für drahtlose Netze der nächsten Generation.

 

„Die Mobilkommunikation erlebt momentan eine zweite Phase des Wachstums: Smartphones, wie das iPhone, haben das Internet mobil bedienbar gemacht. Hier entsteht ein Markt neuer mobiler Anwendungen und Dienste, der Einzug in alle Bereiche unseres Alltags- und Geschäftslebens hält.“, erklärt Tagungsorganisator Prof. Dr. Ralf Tönjes von der FH Osnabrück.  „Die Auslastung der Netze ist  im letzen Jahr enorm gestiegen und es besteht dringender Bedarf an kostengünstigeren breitbandigen Funknetzen.“ Auf der Tagung wurden neue Lösungen vorgestellt, die bandbreitenhungrigen Diensten auch in Zukunft genügend Kapazitäten bereitstellen. Nach UMTS werden dieses Jahr erstmals die Netze der 4. Generation, genannt Long Term Evolution (LTE), kommerziell verfügbar. In Stockholm kann man mit LTE bereits mit über 44 Megabits pro Sekunde ins Internet. In Deutschland sind die neuen LTE-Frequenzen gerade für über 4 Milliarden Euro versteigert worden. Ein Vortrag zeigte, dass sich LTE auch zur Breitbandversorgung im ländlichen Raum eignet.

 

Die Zukunft der Mobilkommunikation im Blick: Prof. Dr. Peter Roer, Prof. Dr. Ralf Tönjes und Prof. Dr. Clemens Westerkamp (v. l.) von der FH Osnabrück veranstalteten die VDE/ITG Fachtagung Mobilkommunikation in der Vitischanze.

 „Die neuen Mobilfunktechnologien lassen das Internet und die reale Welt immer näher zusammenwachsen – zum Real World Internet“, beschreibt Prof. Tönjes. Ein entscheidender Faktor für diese Entwicklung ist die Personalisierung des Mobiltelefons –  integrierte Sensoren können unsere Umgebung erfassen und die zugehörigen Informationen automatisch auf dem Handy zur Verfügung stellen. So zeigte eine von der FH Osnabrück entwickelte Smartphone-Anwendung, wie beim Blick auf das Kamerabild in die betrachtete Szene automatisch virtuelle Beschreibungen eingeblendet werden. Mithilfe dieser Technologie könnte man beispielsweise ein Smartphone auf eine Bühne der Maiwoche richten, um das zugehörige Programm zu erhalten.

 

Die "ITG Fachtagung Mobilkommunikation" fand in diesem Jahr zum 15. Mal statt und hat sich bereits als Forum für Forscher, Entwickler und Anwender aus dem deutschsprachigen Raum etabliert. – Sie bringt Hersteller, Netzbetreiber, Anwendungsentwickler, Forschungseinrichtungen und Studierende zusammen. Neben renommierten Unternehmen wie der Telekom, Ericsson, Nokia Siemens Networks und Qualcomm haben sich auch Experten von der FH Osnabrück und anderen deutschen Hochschulen beteiligt.